Jeder kennt das Gefühl, keiner mag es - "verkaterte" Muskeln. Wenn
der Kater richtig fies zuschlägt, tut alles weh, man fühlt sich
steif und schlapp, die Muskeln sind druckempfindlich und bewegen
möchte man sich eigentlich gar nicht.
Dabei haben während des Trainings noch alle Muskeln brav mitgespielt
- jetzt zeigen sie Ihnen peinigend die rote Karte. Die unangenehme
Rache Ihres Körpers ruft schmerzhaft das Wissen über Muskeln hervor,
von deren Existenz Sie vorher überhaupt nichts ahnten.
Früher galt Übersäuerung der Muskeln durch Laktat
(Stoffwechselprodukt) als Ursache. Doch heute weiß man, dass die
Ursache für den Muskelkater klitzekleine Verletzungen sind, so
genannte Mikrotraumata. Verstärkt werden die Schmerzen dieser
winzigen Muskelfaserrisse durch entzündliche Prozesse, die im Muskel
ablaufen.
Mögliche Gründe: Die Belastung beim Training war ungewohnt oder
schlichtweg zu hoch, die korrekte Bewegungstechnik fehlt (noch) oder
ist fehlerhaft. Besonders häufig erwischt es Sport-Neulinge oder
Wiedereinsteiger nach längerer Sportabstinenz. Aber auch alte
"Sporthasen" kennen die unangenehmen Folgen einer sprunghaften
Belastungssteigerung.
Muskelkater ist immer ein Zeichen der Überforderung als Folge eines
zu hoch dosierten Trainings. Besonders fies: Während des Sports
mucken die Muckis nicht auf. Erst nach ein bis zwei Tagen gibt's die
muskuläre Rückmeldung, dass Sie zu viel des Guten getan haben. Drei
bis vier Tage danach klingt der Muskelschmerz langsam ab. Dauern die
Schmerzen darüber hinaus an, sollten Sie an eine andere Verletzung
denken.
Beste Prophylaxe: Passen Sie Ihr Trainingspensum Ihrem momentanen
Leistungsvermögen an und steigern sie es nur langsam. Außerdem
wichtig: eine korrekte Bewegungstechnik und das Aufwärmen vor dem
Sport. Und falls der Muskel trotzdem einen Kater hat, lindern
durchblutungsfördernde Maßnahmen wie warme Bäder, Sauna oder
leichtes Dehnen die Schmerzen. Finger weg von Massagen: Das
Durchkneten der lädierten Muskeln kann die winzigen Verletzungen
noch verstärken!
Außerdem stimmt es nicht, dass Sie den Muskelkater schneller wieder
loswerden, wenn Sie gleich am nächsten Tag wieder die Turnschuhe
schnüren und mit zusammengebissenen Zähnen Ihr normales Training
durchziehen. Erlaubt ist höchstens langsames Traben, Radeln etc.,
denn die Mikroverletzungen müssen erst ausgeheilt werden, bevor die
Muskeln wieder voll belastbar sind. |